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Unihockey

Schlagende Argumente aus Schweden

Die Sportart Unihockey hat mit der Universität ebenso wenig zu tun, wie der Indische Hutaffe mit Hüten; zieht man die englische Bezeichnung „floorball“ zu Rate, wird dies auch schnell ersichtlich. Vater und Mutter dieser rasanten und hochtechnischen Sportart sind mit dem auch hierzulande gern gespielten Hockey und dem – erneut – skandinavischen Bandy (einer Art Eishockey, das sich allerdings auch an Fußballregeln orientiert, z.B. die Größe des Spielfeldes) schnell gefunden. Im Rahmen von www.nachbarsport.de stellt dieser Sport
allerdings eine Ausnahmeerscheinung dar, denn auch wenn er von den Wikingern im
Norden erfunden wurde, so entwickelte er sich in einem pan-europäischen Quartett aus
Finnland, Schweden, Schweiz und Tschechien zum heutigen Stand, der auch in

Deutschland von der Regionalliga bis zur 1. Bundesliga der Herren und Damen alles aufwartet, was einen Breitensport ausmacht. Um die Übersicht nicht zu verlieren, fo-
kussiert sich dieser Beitrag auf das Spiel auf dem Großfeld, der Königsklasse, während es mit dem Kleinfeld und gemischten Teams im Mixed zwei weitere Varianten gibt. Ge-
spielt wird in der Halle, als Spielfeld - mit den Ausmaßen 40 x 20 Meter – dient oft eine Handball-Halle. Im Gegensatz zum Eishockey kann der Torwart nur auf seine Hand- und Fußreflexe vertrauen, einen Schläger hat er nicht! Zudem gilt wie im Fußball der Rückpass zum Mann zwischen den Pfosten seit 2004 als Vergehen, so dass die fünf Mitspieler des Torwartes ständig in Bewegung sein müssen, um den Ball von eben je-
nem fernzuhalten. Ohne tiefer auf verschiedene taktische Spielsysteme (von 2-1-2 bis hin zu 1-2-2) einzugehen, muss man beim Unihockey, auch durch die Möglichkeit des ständig erlaubten Ein- und Auswechselns, davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen Kräfte zehrenden Sport handelt. Die Kraftmeierei darf dann aber doch nicht übertrieben werden, bis auf den leichten Einsatz der Schulter bei der Balleroberung- oder verteidigung, sind sonstige Körperlichkeiten unerwünscht und können mit Zeit-
strafen geahndet werden. Ebenfalls als Vergehen gilt ein zu hoch gehaltener Schlä-

ger, er sollte günstigstenfalls nur am, oder knapp über dem Boden geführt werden.
Der Unihockeyball erinnert an einen Golfball mit Blähbauch, der zu den für hohe Ge-
schwindigkeit sorgenden Einbuchtungen über 26 erbsengroße Löcher verfügt und zu-
dem mit 20 Gramm recht leicht vom Schläger geht. Bis auf den Torhüter, der ebenfalls einen Helm als Garantie seiner Unversehrtheit trägt, ist man auf Seite der Ausrüstung mit einem Schläger und dem ein oder anderen Schutz (Knie, Ellbogen) bereits auf der Habenseite. Dann üblicherweise noch ein paar schmucke Handballschuhe, um den Grip nicht zu verlieren, und schon kann es losgehen! So wirklich Kurioses will uns Uni-
hockey nicht bieten, wenn man mal davon absieht, dass jedes Spielfeld eigens eine Zo-
ne von 50 Zentimetern außerhalb des eigentlichen Feldes bereitzuhalten hat, aus dem schon mal der ein oder andere Spieler nach einer besonders spektakulären Spielszene fliegen kann. Dafür spornt er zur Teamgeistbildung an und ist auch für den Zuschauer – besonders dem durch Eishockey und Hockey bereits geschulten - leicht verständlich, so dass er immer mehr Relevanz erfährt und mittlerweile auch auf dem Spartensender Eurosport (Übertragung der WM2008 aus Tschechien) läuft. Zu welchen technischen Raffinessen Unihockey-Spieler imstande sind, beweist der nebenstehende Clip – anschauen und begeistern lassen!